Eine gut gesicherte Ladung ist im Strassenverkehr unverzichtbar. Ohne ausreichende Sicherung kann die Ladung verrutschen, kippen oder sich vollständig lösen. Nebst Zurrmitteln sind Antirutschmatten sind ein wichtiger – und oftmals unterschätzter – Bestandteil der professionellen Ladungssicherung. In diesem Beitrag finden Sie alles was Sie über Antirutschmatten wissen sollte.
Wie funktionieren Antirutschmatten
Antirutschmatten werden zwischen der Ladung und der Ladefläche platziert und erhöhen dort den Reibungswiderstand. Dabei spielt auch die Gewichtskraft der Ladung eine wichtige Rolle: Durch ihr Eigengewicht wird die Ladung auf die Ladefläche gedrückt. Je grösser diese Kraft und je höher der Reibbeiwert zwischen den beiden Kontaktflächen ist, desto grösser ist die Reibungskraft, die einem Verrutschen entgegenwirkt.
Auf einer glatten Ladefläche ist der Reibbeiwert vergleichsweise gering. Eine Antirutschmatte schafft eine deutlich griffigere Kontaktfläche und erhöht dadurch die nutzbare Reibung. Die vorhandene Gewichtskraft der Ladung kann somit besser zur Sicherung genutzt werden. Ein grösserer Teil der bei Brems-, Beschleunigungs- oder Ausweichmanövern auftretenden Kräfte wird bereits durch die Reibung aufgenommen. Dadurch muss weniger zusätzliche Sicherungskraft durch Zurrmittel aufgebracht werden.
Antirutschmatten nutzen also vereinfacht gesagt das Eigengewicht der Ladung in Kombination mit einem höheren Reibbeiwert, um das Verrutschen zu erschweren. Das macht sie zu einer einfachen, wirkungsvollen und gleichzeitig wirtschaftlichen Unterstützung bei der Ladungssicherung.
Höhere Reibung – weniger Verrutschen
Der wichtigste Vorteil von Antirutschmatten liegt in der Erhöhung der Reibung. Glatte Ladeflächen bieten einer Ladung oftmals nur wenig Halt. Bei starken Bremsmanövern oder Kurvenfahrten kann sie deshalb vergleichsweise leicht ins Rutschen geraten. Antirutschmatten erhöhen den Reibungswiderstand zwischen Ladung und Untergrund deutlich. Ein grösserer Teil der auftretenden Kräfte kann dadurch bereits über die Reibung abgefedert werden. Die Ladung bleibt stabiler an ihrem vorgesehenen Platz.
Praxisbezogener vs. Ermittelter Reibbeiwert μ
Wie gut eine Antirutschmatte das Verrutschen der Ladung verhindert, wird durch den Gleitreibbeiwert μ (My) beschrieben. Vereinfacht gesagt gilt: Je höher der Reibbeiwert, desto grösser ist der Widerstand gegen das Verschieben der Ladung – und desto weniger zusätzliche Sicherungskraft muss durch Zurrmittel aufgebracht werden.
Dabei ist zwischen dem ermittelten Reibbeiwert und dem praxisbezogenen Reibbeiwert zu unterscheiden. Der ermittelte Reibbeiwert wird unter definierten Prüfbedingungen gemessen und gibt die Leistungsfähigkeit einer Antirutschmatte unter diesen Bedingungen wieder. In der Praxis können die tatsächlichen Verhältnisse jedoch davon abweichen. Verschmutzungen, Feuchtigkeit, Staub, unterschiedliche Materialien und Oberflächen oder Abnutzung können die Reibung beeinflussen. Der Unterschied ist wichtig: Ein hoher ermittelter Reibbeiwert zeigt zwar das Potenzial einer Antirutschmatte, für eine sichere Berechnung sollte jedoch nur ein Wert angesetzt werden, der auch unter realistischen Einsatzbedingungen zuverlässig erreicht wird.
Für die Berechnung der Ladungssicherung ist deshalb nicht einfach der höchstmögliche Laborwert entscheidend. Massgebend ist ein praxisbezogener und für den konkreten Anwendungsfall abgesicherter Reibbeiwert. Bei hochwertigen Antirutschmatten wird in der Regel mit einem Gleitreibbeiwert von μ = 0,6 gearbeitet.
Weniger Zurrmittel erforderlich
Antirutschmatten können den erforderlichen Sicherungsaufwand beim Niederzurren deutlich reduzieren. Beim Niederzurren wird die Ladung durch Zurrgurte stärker auf die Ladefläche gepresst. Dadurch erhöht sich die Reibung und damit die Kraft, die einem Verrutschen entgegenwirkt.
Hinzu kommt, dass beim Gebrauch von Antirutschmatten weniger zusätzliche Sicherungskraft durch die Zurrmittel erzeugt werden muss. Dadurch kann die Anzahl der benötigten Zurrgurte reduziert und so Zeit und Geld gespart werden.
Wichtig: Antirutschmatten ersetzen eine fachgerechte Ladungssicherung nicht. Welche zusätzlichen Sicherungsmittel notwendig sind, muss immer anhand der konkreten Ladung und der auftretenden Kräfte beurteilt werden.
Günstig und effizient
Auch finanziell sind Antirutschmatten interessant, da sie sehr preiswert sind. Gleichzeitig kann ihr Einsatz dazu führen, dass für die Sicherung einer Ladung weniger Zurrmittel benötigt werden. Das bedeutet: Mit einer vergleichsweise kleinen Investition in Antirutschmatten lassen sich unter Umständen Kosten bei Zurrgurten und weiteren Sicherungsmitteln einsparen. Besonders bei regelmässigen oder wiederkehrenden Transporten kann sich dieser Effekt summieren.
Hinzu kommt der geringere Arbeitsaufwand. Müssen beispielsweise weniger Zurrgurte angebracht, gespannt und später wieder gelöst werden, kann auch die Be- und Entladung effizienter erfolgen. Antirutschmatten können somit gleich mehrfach zur Wirtschaftlichkeit beitragen: durch niedrige Anschaffungskosten, einen geringeren Bedarf an Zurrmitteln und einen reduzierten Zeitaufwand bei der Ladungssicherung.
Schutz von Ladung und Ladefläche
Neben der eigentlichen Sicherungswirkung können Antirutschmatten auch eine schützende Funktion übernehmen. Sie bilden eine zusätzliche Trennschicht zwischen Transportgut und Ladefläche. Dadurch wird der direkte Kontakt reduziert, was je nach Ladung Kratzer, Scheuerstellen oder andere Beschädigungen vermeidet. Gleichzeitig wird auch die Ladefläche weniger stark beansprucht.
Einfach und flexibel einsetzbar
Antirutschmatten sind unkompliziert in der Handhabung und benötigen keine aufwendige Montage. Sie werden einfach an den relevanten Auflagepunkten unter der Ladung positioniert. Je nach Ausführung sind sie als Matten, Zuschnitte oder Streifen erhältlich und können für unterschiedlichste Transportgüter verwendet werden – beispielsweise für Paletten, Maschinen, Kisten, Bauteile oder andere schwere Güter. Damit eignen sie sich sowohl für regelmässig wiederkehrende Transporte als auch für wechselnde Ladungssituationen.
Fazit: Antirutschmatten schaffen Mehrwert
Antirutschmatten lohnen sich in vielerlei Hinsicht. Sie sind günstig in der Anschaffung, platzschonend, hilft beim Sichern der Ladung und schützen sowohl Ladegut als auch Ladefläche. Das Ergebnis ist eine Ladungssicherung, die nicht nur sicherer, sondern auch wirtschaftlicher und effizienter sein kann.



